Alt 15.02.19, 22:37
Standard China-Hoffnung und starke Daten treiben Wall Street
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NEW YORK (Dow Jones)--Anleger an der Wall Street haben sich am Freitag in Kauflaune präsentiert: Erleichterung kam von der Nachricht, dass die USA und China kommende Woche ihre Handelsgespräche fortsetzen wollen - diesmal in Washington. Sowohl der chinesische Präsident Xi Jinping als auch US-Präsident Donald Trump sprachen von klaren Fortschritten bei den Verhandlungen. Zum Teil sickerten bereits Details einer möglichen Einigung durch.

Der Dow-Jones-Index zog um 1,7 Prozent auf 25.883 Punkte an, S&P-500 und Nasdaq-Composite gewannen 1,1 bzw. 0,6 Prozent. Umgesetzt wurden 944 (Donnerstag: 947) Millionen Aktien. Dabei standen sich an der Nyse 2.293 (1.577) Kursgewinner und 656 (1.356) -verlierer gegenüber, während 89 (91) Titel unverändert schlossen. Dow und Nasdaq verbuchten den achten Wochenaufschlag in Folge - zugleich war es die beste Woche für die Standardwerte seit November 2017.

"Ein Handelsabkommen ist sehr wahrscheinlich geworden", sagte UBS-Volkswirt Tao Wang. "Der Handelsstreit hat zuletzt die größte Belastung für die Märkte gestellt. Daher ist es gut zu sehen, dass beide Seiten von Fortschritten sprechen", ergänzte Chris Gaffney, Präsident des Geschäftsbereichs Weltmärkte bei TIAA Bank.

Allerdings trugen auch überraschend positive Konjunkturdaten zur guten Stimmung bei, nachdem Anleger am Vortag schwache Einzelhandelsdaten zu verkraften hatten. Das verarbeitende Gewerbe im Großraum New York hatte im Februar stärker an Schwung gewonnen als erwartet. Zudem hatte sich die Stimmung der US-Verbraucher im Februar unerwartet deutlich aufgehellt. Dass die Industrieproduktion deutlich schwächer als gedacht ausfiel, bremste die Kauflaune nicht. Die Daten stammten aus dem Januar, während Empire-State-Index und Verbrauchervertrauen bereits den Februar abbildeten.

Dass US-Präsident Trump den Notstand erklärte, um seine Grenzmauer zu Mexiko durchzudrücken, störte Anleger nicht. Da dies wegen der Einigung im Haushaltsstreit nicht mehr mit einem Regierungsstillstand einhergeht, ließ Börsianer die Notstandserklärung kalt.

Nvidia nach Zahlen gesucht

Für die Nvidia-Aktie ging es 1,8 Prozent nach oben, obwohl der Entwickler von Grafikprozessoren für das vierte Quartal einen Umsatzeinbruch um 24 Prozent vermeldet hatte. Allerdings sei man auf einem guten Weg, um die Nachfrage wieder zu beleben, hieß es. Auch der Gewinn sackte stark ab, blieb aber über den Erwartungen. Der Halbleiterhersteller Applied Materials enttäuschte nach Geschäftsausweis mit dem Ausblick, die Aktie verbilligte sich um 4 Prozent.

Newell Brands brachen um 20,9 Prozent ein, der Konsumgüterhersteller überzeugte zwar mit den Viertquartalszahlen, doch verschreckte mit einem schwachen Ausblick. PepsiCo gewannen 2,9 Prozent, der Getränkeriese wartete mit Geschäftszahlen im Rahmen der Erwartungen auf. Das Unternehmen will mittels einer Restrukturierung Personal abbauen und Fertigungsstätten schließen.

Der Landmaschinenhersteller Deere hatte mit den Ergebniskennziffern die Markterwartungen verfehlt - ein eher seltenes Phänomen, wie man am Markt festhielt. Das Papier büßte 2,1 Prozent ein. Arista Networks zogen um 9,6 Prozent an. Der Cloudspezialist lieferte überzeugende Geschäftszahlen und einen ebenso positiven Ausblick auf das erste Quartal.

Berkshire Hathaway, das Investment-Vehikel von Warren Buffett, fuhr die Beteiligung an Apple leicht zurück, der Titel ermäßigte sich um 0,2 Prozent.

Ölpreise auf dem höchsten Stand seit November

Die Ölpreise kletterten auf das höchste Niveau seit dem 19. November. Berichte, wonach in Saudi-Arabien ein großes Ölfeld temporär wegen des Zusammenbruchs der Stromversorgung lahmgelegt worden sei, wurden zwar von den Saudis dementiert, stützten aber dennoch die Ölpreise. Auch die jüngst gesunkenen Fördermengen des Erdölkartells Opec trieben die Preise ebenso wie die Fortschritte bei den Handelsgesprächen zwischen den USA und China sowie die zum Teil starken Konjunkturdaten. Der Preis für US-Leichtöl der Sorte WTI stieg um 2,2 Prozent auf 55,59 Dollar, europäisches Referenzöl der Sorte Brent um 2,6 Prozent auf 66,25 Dollar.

Der Dollar zeigte sich mit den heimischen Wirtschaftsdaten volatil, der ICE-Dollarindex ermäßigte sich letztlich um 0,1 Prozent. Der Greenback stieg zunächst mit dem starken Empire-State-Index, kam anschließend mit der schwachen Industrieproduktion zurück und neigte am Abend zur Schwäche. Mary Daly, Präsidentin der US-Notenbankfiliale in San Francisco, äußerte sich am Abend sehr taubenhaft. Sie sah gute Chancen dafür, dass die Federal Reserve 2019 die Leitzinsen nicht erhöhen wird. Der Euro stieg daraufhin auf 1,1299 Dollar nach einem Tagestief bei 1,1234.

Verluste verzeichnete der Rentenmarkt angesichts der Börsenrally. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen stieg im Gegenzug um 1,2 Basispunkte auf 2,67 Prozent. Belastet wurden die Anleihenotierungen von den Fortschritten bei den Handelsgesprächen.

Der Goldpreis rückte weiter vor und kletterte um 0,7 Prozent auf 1.321 Dollar. Da China einer der größten Importeure physischen Goldes ist, wurden die Fortschritte im Handelsstreit auch als Argument für steigende Goldpreise bemüht. Ein positiver Ausgang der Handelsgespräche sollte den chinesischen Renminbi stützen, dann sei das Edelmetall für chinesische Kunden erschwinglicher, erläuterte ein Analyst.

Kontakt zum Autor: florian.faust@wsj.com

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February 15, 2019 16:12 ET (21:12 GMT)

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