Alt 30.07.20, 17:35
Standard Abwärts - Maues BIP, Politik und Corona belasten
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NEW YORK (Dow Jones)--Deutlich im Minus ist die Wall Street in den Donnerstag gestartet. Vorbörslich wurden viel beachtete Daten zum Bruttoinlandsprodukt für das zweite Quartal veröffentlicht, die wegen des coronabedingten Lockdowns einen drastischen Einbruch um annualisiert 32,9 Prozent ausgewiesen haben. Experten hatten zwar einen noch etwas höheren Rückschlag erwartet. Entspannung brachten die Daten aber keineswegs.

Kurz nach Handelsstart verliert der Dow-Jones Index 1,1 Prozent auf 26.245 Punkte, der S&P-500 gibt um 0,8 Prozent nach und der Nasdaq-Composite fällt um 0,5 Prozent.

Dies schon allein wegen der zweiten Corona-Welle, die in vielen Ländern heranzuschwappen scheint. Hinzu kommt in den USA noch eine spezielle Bürde von Seiten der Politik: Bislang ist noch keine Einigung über ein Konjunkturpaket in Sicht, das den bisher gewährten Hilfen für Arbeitslose nachfolgen soll. Die Zeit drängt, denn es muss bis Freitag fertigwerden, wenn es reibungslos anknüpfen soll.

Tech-Giganten im Visier

Überhaupt können sich die Anleger über fehlende Impulse nicht beklagen. Am Vorabend stützten "taubenhafte" Aussagen der US-Notenbank. Ebenfalls am Abend hatten sich die Chefs der US-Internetriesen Amazon, Apple, Google und Facebook bei einer Kongressanhörung zu ihrer Marktmacht scharfe Kritik anhören müssen. Was aus diesen Anwürfen folgt, ist indes unklar. Die vier Genannten werden am Abend nachbörslich Zahlen ausweisen. Aktuell geben die vier Aktien mit dem Markt nach. Auch sonst ist die Berichtssaison in vollem Gang.

Vorbörslich haben Dupont, Procter & Gamble, United Parcel Service (UPS), Intercontinental Exchange (ICE) und Kraft Heinz über das abgelaufene Quartal informiert. Zudem hatten schon am späten Mittwoch nach Handelsende einige Unternehmen ihre Bücher geöffnet.

Dupont de Nemours hat im zweiten Quartal wegen der Auswirkungen der Corona-Pandemie Einbußen beim Umsatz hinnehmen müssen und einen hohen Verlust geschrieben. Die Aktie verliert 5,8 Prozent.

Dagegen hat die hohe Nachfrage nach Reinigungs- und Hygieneprodukten während der Corona-Pandemie dem Konsumgüterkonzern Procter & Gamble Aufwind gegeben. Die Aktie rückt um 1,5 Prozent vor.

UPS, ICE und Paypal profitieren von Corona-Krise

Auch UPS ist ein Profiteur der Pandemie und hat weitaus bessere Ergebniszahlen vorgelegt als erwartet wurde. Die Aktie springt um gut 11 Prozent nach oben.

Das erhöhte Handelsaufkommen an den Aktienmärkten kam dem Börsenbetreiber ICE zugute, dessen Gewinn und Umsatz zulegte. Die Aktie zeigt mit einem Minus von 0,4 Prozent relative Stärke.

Kraft Heinz geben 1,4 Prozent ab, obwohl der Lebensmittelkonzern aufgrund der Covid-19-der Pandemie seinen Umsatz deutlich steigern konnte.

Der Kurs von Qualcomm wird dagegen vom Abschluss eines langfristigen Lizenzierungsvertrags und der Beilegung eines Streits mit der chinesischen Huawei Technologies um 8,9 Prozent nach oben katapultiert. Der US-Mobilfunkchiphersteller erhält dafür eine Abschlagszahlung über 1,8 Milliarden Dollar von dem Smartphonehersteller.

Für Paypal geht es um 6,9 Prozent aufwärts nach starken Quartalszahlen und einem bestätigten Ausblick. Der Zahlungsdienstleister profitierte in der Corona-Krise von verstärkten Online-Käufen.

Yum Brands legen 1 Prozent ab. Das Unternehmen, das unter anderem die Restaurantketten KFC und Pizza Hut betreibt, hatte einen Rückgang des Nettogewinns und des Umsatzes ausgewiesen, der immerhin nicht so schlimm ausfiel wie befürchtet.

Gut kommen die Geschäftszahlen des Autoteilehändlers O'Reilly Automotive an. Das Unternehmen konnte Nettogewinn und Umsatz kräftig steigern. Nach eigener Aussage profitierte das Unternehmen stark von den staatlichen Unterstützungsgeldern für private Verbraucher in der Corona-Krise. Die Aktie klettert um 5,6 Prozent.

Dollar leicht erholt

Am Devisenmarkt litt der Euro am Vormittag unter schwachen Daten zum Wirtschaftswachstum in Deutschland. Im zweiten Quartal wurde ein Rückgang um 10,1 Prozent gemeldet. Aktuell kann er aber das Gros der Tagsverluste wieder aufholen, zumal die USA über einen besonders kräftigen Rückgang des BIP berichteten. Nach einem Mittwochs-Hoch über 1,18 Dollar notiert die Gemeinschaftswährung nun bei 1,1790.

Der Goldpreis kommt von seinem jüngsten Hoch zurück. Nach einem Stand um 1.970 je Feinunze am späten Mittwoch notiert er nun rund 20 Dollar niedriger. Teilnehmer sehen indes Gold nach wie vor als aussichtsreiche Anlage angesichts der globalen Unsicherheiten und der Politik des billigen Geldes.

Diese Unsicherheiten tauchen auch die Anleihen wieder in helleres Licht. Steigende Notierungen drücken die Zehnjahresrendite um 2,2 Basispunkte auf 0,55 Prozent.

Mit dem zunächst gestiegenen Dollar und der Sorge um ein Überangebot geben die Ölpreise nach. Brent fällt um 1,9 Prozent auf 42,93 Dollar je Fass, WTI um 2,2 Prozent auf 40,37 Dollar.

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July 30, 2020 09:43 ET (13:43 GMT)

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