Alt 28.12.22, 22:18
Standard Schwach - Zins- und Inflationssorgen drücken Kurse
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NEW YORK (Dow Jones)--Die US-Börsen haben am Mittwoch schwach geschlossen. Der Dow-Jones-Index verlor 1,1 Prozent auf 32.876 Punkte. Der S&P-500 fiel um 1,2 Prozent und für den Nasdaq-Composite ging es um 1,4 Prozent nach unten. Dabei standen 716 (Dienstag: 1.451) Kursgewinnern 2.441 (1.719) -verlierer gegenüber. Unverändert schlossen 63 (70) Titel. Mit nur noch drei verbleibenden Handelstagen in diesem Jahr war das Geschäft von niedrigen Umsätzen gekennzeichnet, da viele Marktteilnehmer im Urlaub sind.

Angesichts der massiven Zinserhöhungen der US-Notenbank zur Bekämpfung der hohen Inflation hielt sich bei den Anlegern weiter die Sorge, dass die Wirtschaft im neuen Jahr in einen kräftigen Abschwung abgleiten könnte. Die makroökonomischen Bedingungen, die 2022 zu einer Wachstumsunterperformance geführt hätten, bestünden immer noch, sagte Tom Essaye, Gründer und Präsident von The Sevens Report: "Die Zinssätze sinken nicht schnell, sind weit von einem 'Tief' entfernt und werden auch nicht so bald dort sein."

Positiv aufgenommen wurden am Vortag weitere Corona-Lockerungen in China. Mit einer dadurch erwarteten schnelleren Erholung der chinesischen Wirtschaft sind jedoch auch Inflationsrisiken für die Weltwirtschaft verbunden. Eine steigende Nachfrage aus China dürfte die Inflation durch höhere Energie- und Rohstoffpreise anheizen, so Ipek Ozkardeskaya, Senior Analystin bei Swissquote Bank. Als Reaktion dürften die Zentralbanken die Zinsen weiter anheben.

Die Nachrichtenlage blieb zum Jahresende hin indessen dünn. Erst nach Handelsschluss werden die wöchentlichen Daten zu den US-Rohöllagerbeständen des privaten American Petroleum Institute vorgelegt.

Dollar fester - Ölpreise geben nach

Am Devisenmarkt zeigte sich der Dollar etwas fester. Der Dollar-Index notierte 0,3 Prozent höher.

Die Ölpreise gaben nach, nachdem sie am Vortag noch auf ein Dreiwochenhoch gestiegen waren. Der Preis für die Sorte Brent fiel um 1,5 Prozent, der WTI-Preis um 1,1 Prozent. Hatte am Vortag noch die Lockerung der Corona-Beschränkungen in China die Hoffnungen auf eine steigende Nachfrage befeuert, gab es nun Befürchtungen, dass der weitere Anstieg der Covid-19-Fälle in China die Erholung der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt untergraben könnte.

Am Anleihemarkt legten die Renditen weiter zu, nachdem sie bereits am Vortag mit Blick auf die Zinspolitik der US-Notenbank vorgerückt waren. Die Rendite 10-jähriger Papiere stieg um 3 Basispunkte auf 3,88 Prozent.

Jounce Therapeutics mit Kurssprung - Gilead etwas leichter

Unter den Einzelwerten machten Jounce Therapeutics einen Kurssprung um rund 34 Prozent. Das Biotech-Unternehmen verkauft die Rechte an einem immuntherapeutischen Medikament zur Krebsbehandlung vollständig an Gilead Science. Jounce erhält 67 Millionen Dollar, während Gilead künftig allein für die weitere Entwicklung des Mittels verantwortlich ist, das derzeit in einer klinischen Studie der Phase 1 getestet wird. Die Gilead-Aktie verlor 0,5 Prozent.

Boeing hat einen Auftrag von BOC Aviation über 40 Maschinen des Typs 737 Max 8 erhalten. Wie das Flugzeugleasingunternehmen mit Sitz in Singapur mitteilte, erhöht sich der Bestand an bestellten Maschinen für diesen Flugzeugtyp auf insgesamt 80. Die Aktie notierte mit minus 0,5 Prozent besser als der breite Markt.

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December 28, 2022 16:10 ET (21:10 GMT)

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