Alt 04.09.20, 19:18
Standard Sehr schwach - Ausverkauf bei Technologie geht weiter
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NEW YORK (Dow Jones)--Die heftigen Kursverluste vom Vortag an der Wall Street setzen sich am Freitag vor dem langen Wochenende in den USA fort. Weiter deutlich abwärts geht es mit den in den vergangenen Wochen heiß gelaufenen Technologieaktien. Konnte sich der Dow-Jones-Index anfangs noch relativ stabil halten, liegt auch dieses zuletzt etwas technologielastiger gewordene Marktbarometer zur New Yorker Mittagszeit deutlich im Minus.

Keine Unterstützung bietet der US-Arbeitsmarktbericht für August, der etwas besser ausgefallen ist als erwartet. Außerhalb der Landwirtschaft wurden 1,37 Millionen Stellen geschaffen. Volkswirte hatten mit 1,32 Millionen gerechnet.

Der Dow-Jones-Index verliert bei sehr volatilem Geschäft 1,5 Prozent auf 27.854 Punkte, der S&P-500-Index 1,8 Prozent. Der Nasdaq-Composite gibt derweil um 2,5 Prozent nach auf 11.173 Punkte, lag im Tagestief aber auch schon bei 10.875. Damit machte er an einer wichtigen Marke zunächst wieder kehrt, denn bei 10.858 Punkten verläuft die von vielen Marktteilnehmern beachtete 50-Tage-Durchschnittslinie, deren Unterschreiten ein negatives Signal wäre. Vor den am Donnerstag massiv einsetzenden Gewinnmitnahmen bei Technologieaktien hatte der Nasdaq-Composite noch bei über 12.050 Zählern gelegen.

Die Anleger kämen mehr und mehr zu dem Schluss, dass die aktuellen Bewertungen durch die mäßige Konjunkturerholung nicht zu rechtfertigen seien, heißt es im Handel. "Wir haben das Schlimmste des (wirtschaftlichen) Schocks gesehen. Aber was ich noch hinzufügen möchte, ist, dass wir auch das Beste der Erholung bereits gesehen haben", sagt Chefökonom Samy Chaar von Lombard Odier.

Für zusätzliche Zurückhaltung nach dem derben Rücksetzer dürfte sorgen, dass in den USA ein langes Wochenende bevorsteht. Am Montag bleiben die Börsen wegen des Feiertags Labor Day geschlossen.

Dollar legt nach Arbeitsmarktdaten leicht zu - Öl und Gold kommen zurück

Anders als am Aktienmarkt zeigen die US-Arbeitsmarktzahlen am Devisen- und am Anleihemarkt durchaus Spuren. Der Dollar legt zu, der Dollar-Index gewinnt 0,4 Prozent. Der Euro ist auf 1,1810 Dollar zurückgefallen von zuvor noch rund 1,1850. Am Anleihemarkt fallen die Kurse, die Renditen steigen also wieder; die Zehnjahresrendite um 4 Basispunkte auf 0,68 Prozent.

Die Ölpreise, die sich zunächst etwas erholt hatten, fallen deutlich, auch belastet vom festeren Dollar. Der Preis für die US-Sorte WTI fällt um 3,3 Prozent auf 39,99 Dollar. Am Vortag hatten die Preise den deutlichsten Rückgang seit Ende Juni verzeichnet. Übergeordnet belasteten weiterhin die Sorgen um eine Verlangsamung der konjunkturellen Erholung, heißt es.

I-Mab profitieren von Kooperation mit Pharmariese

Unter den Einzelwerten weist im Dow der Technologieneuling Salesforce mit 6,6 Prozent das größte Minus auf. Apple und Microsoft fallen um 2,3 bzw 2,8 Prozent.

I-Mab machen einen Satz um 6,2 Prozent nach oben. Das in China ansässige Biotechnologieunternehmen hat eine Vereinbarung mit dem US-Pharmariesen Abbvie zur Entwicklung und Vermarktung eines I-Mab-Mittels zur Behandlung verschiedener Krebsarten getroffen. Die Zusammenarbeit könnte I-Mab fast 2 Milliarden Dollar einbringen. Abbvie liegen 1 Prozent zurück.

Tesla konnten sich anfangs vom Abverkauf der vergangenen Tage noch etwas erholen, liegen nun aber wieder 1,1 Prozent im Minus. Die Aktie hatte am Dienstag mit 502,49 Dollar noch ein Rekordhoch erreicht. Nachdem Tesla aber angekündigt hatte, am Markt nach und nach eigene Aktien im Wert von bis zu 5 Milliarden Dollar zu platzieren, geht es bergab mit dem Kurs.

Broadcom können sich der Technologieschwäche mit einem Plus von 1,1 Prozent entziehen. Der Halbleiter- und Softwarekonzern hat mit den Drittquartalszahlen die Markterwartungen geschlagen. Auch der Ausblick fiel besser als gedacht aus.

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

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September 04, 2020 12:21 ET (16:21 GMT)

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