Alt 04.09.20, 11:29
Standard Technologiewerte schwach - China erholt von Tiefs
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TOKIO/SCHANGHAI (Dow Jones)--Die Börsen in Ostasien und Australien sind am Freitag vom Absturz der Wall Street mit nach unten gerissen worden. Allerdings erreichten die Abgaben nicht das Ausmaß der US-Börsen. Zwar nannten Händler eine ganze Reihe von Gründen für die Talfahrt, wirklich neu waren die Argumente aber nicht. Es schien sich vielmehr einiges angestaut zu haben, das auf einen Auslöser für eine Entladung wartete. Diesen lieferten nun die heftigen US-Abgaben.

Händler sprachen von einem überkauften Markt mit ausgeprägten Gewinnmitnahmen insbesondere im zuletzt heiß gelaufenen Technologiesektor. Das schon seit längerem immer lauter zu vernehmende Argument, die Bewertungen am Aktienmarkt seien der tatsächlichen Konjunkturentwicklung zu weit enteilt, wurde am Freitag wieder hervorgeholt. Denn der Aufschwung der Ökonomie hatte zuletzt erkennbar an Dynamik verloren. Von einer V-förmigen Erholung der durch die Coronavirus-Krise arg gebeutelten Wirtschaft kann keine Rede mehr sein.

Sorge vor enttäuschenden US-Arbeitsmarktdaten

Wie es um die Wirtschaft bestellt ist, könnte im Tagesverlauf nach Börsenschluss in Asien der wichtige US-Arbeitsmarktbericht für August andeuten. Im asiatischen Handel ging die Sorge einer Enttäuschung um. Da große Teile des US-Konsums durch Importe - gerade aus Asien - gedeckt werden, spielen Beschäftigungslage und Konsumfreude der Amerikaner eine zentrale Rolle für die Konjunkturerholung in den asiatischen Volkswirtschaften. "(...) Händler räumen die Regale im Vorfeld des wichtigen Arbeitsmarktberichtes", kommentierte Marktstratege Stephen Innes von AxiCorp die Lage.

Angeführt wurde die regionale Talfahrt vom Aktienmarkt in Australien, wo der S&P/ASX-200 um 3,1 Prozent einknickte. Damit pulverisierte der Markt mehr als die gesamten bislang aufgelaufenen Wochengewinne und verbuchte den dritten Wochenverlust in Folge. Zuletzt hatte der Markt im März eine derartige Durststrecke gezeigt.

An der Nachbarbörse im neuseeländischen Wellington sah es nicht ganz so böse aus, die Abgaben fielen mit 1,9 Prozent deutlich niedriger aus. Dennoch war es noch immer der höchste Tagesverlust seit einem Monat. Der Leitindex machte zudem die Aufschläge der vergangenen zwei Wochen zu Nichte.

Technologiewerte börsenübergreifend schwach

Nach dem Vortagesverlusten nach Beginn eines neuen Handelsstreits mit Indien ging es an den chinesischen Börsen erneut gen Süden. Der Schanghai-Composite büßte 0,9 Prozent ein, der Shenzhen-Composite und das Startup-Segment ChiNext jeweils nur 0,5 Prozent. Damit erholte sich der Markt im späten Geschäft von den Tagestiefs. Lebensmittelwerte, die zuletzt gut gelaufen waren, wiesen die höchsten Abgaben auf. Der HSI in Hongkong erholte sich ebenfalls im Verlauf und gab am Ende 0,8 Prozent ab. In Hongkong führten Technologietitel die Liste der Verlierer an und folgten damit ihren US-Pendants nach unten. Das Schwergewicht Tencent gab 2,2 Prozent ab. Wie am Gesamtmarkt auch vollzogen auch die Technologietitel in China eine Erholung im späten Geschäft.

Ein ähnliches Bild lieferte der japanische Aktienmarkt, wo der Nikkei-225 um 1,1 Prozent auf 23.205 Punkte nachgab. Im Halbleiter-Sektor fielen Advantest um 2,9 Prozent und Renesas Electronics um 2,3 Prozent. Technologiepapiere zählten in Tokio zu den größten Verlierern. Gegen den Trend zogen Honda Motor um 2,2 Prozent an. Der Automobilhersteller plant die Entwicklung eines Fahrzeuges für den nordamerikanischen Markt zusammen mit General Motors. Misstrauisch beäugt wurde zudem Wirbelsturm Haishen, der sich auf die japanische Küste zubewegte.

In Südkorea wurden ebenfalls Werte aus dem Technologiesektor gegeben, der Kospi zeigte sich schwach. Das Schwergewicht Samsung Electronics sank um 1,4 Prozent nach einem Sprung um 3,7 Prozent in der vorangegangenen Sitzung. Die Titel der finanziell angeschlagenen Asiana Airlines stürzten um 5,3 Prozent ab nach Berichten, dass die Gespräche der Gläubiger mit einem potenziellen Käufer gescheitert seien.

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September 04, 2020 04:32 ET (08:32 GMT)

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