Alt 03.09.20, 16:43
Standard Gewinnmitnahmen im Technologiesektor - Dow stabil
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NEW YORK (Dow Jones)--Nach der Rekordjagd der zurückliegenden Tage geht es am Donnerstag mit den Kursen an den US-Börsen erst einmal nach unten. Bei den zuletzt kaum noch zu bremsenden Technologiewerten nehmen Anleger Gewinne mit. Vergleichsweise gut hält sich der Dow-Jones-Index, der kurz nach dem Start kaum verändert liegt. Er war während der Rally etwas zurückgeblieben und erreichte anders als der S&P-500 und die Nasdaq-Indizes noch keine Rekordhochs, liegt aber nun mit 29.114 Punkten nicht mehr weit davon entfernt. Der S&P-500 verliert 0,6 Prozent, mit dem Nasdaq-Composite geht es um 1,6 Prozent abwärts.

Übergeordnet sind die Liquiditätsflut durch die Notenbanken und die voraussichtlich noch lange extrem niedrigen Zinsen weiter Stützungsfaktoren, auch in Verbindung mit der Hoffnung auf die baldige Verfügbarkeit eines Impfstoffs gegen Corona. Doch gibt es auch weiter diverse Belastungsfaktoren, die bislang eher im Hintergrund schwelten. Im Handelsstreit zwischen den USA und China plant die US-Regierung neue Sanktionen gegen chinesische Diplomaten, worauf die chinesische Botschaft in Washington den USA die Verletzung internationaler Konventionen vorwarf.

Innenpolitisch geht das Gezerre um weitere Unterstützungsmaßnahmen zur Bewältigung der Corona-Krise weiter. Daneben läuft der Präsidentschaftswahlkampf auf Hochtouren.

Die Wahl rücke näher und der Handelsstreit USA-China sei noch nicht beigelegt, sagt Altaf Kassam, Leitender Investmentstratege bei State Street Global Advisors. Das sei mit großer Unsicherheit verbunden. Nach Meinung des Strategen ist es nach dem guten Lauf der Aktienkurse nur normal, dass sie eine Verschnaufpause einlegen.

Daneben gilt es eine Fülle von Konjunkturdaten zu verarbeiten. Auf den ersten Blick positiv überraschten die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe. Ihre Zahl ging in der vergangenen Woche stärker zurück als erwartet. Der Rückgang sei aber ausschließlich einer neuen Methode der Datenerhebung und -auswertung zu verdanken, heißt es. Bereinigt um diesen Sondereffekt habe sich die Lage auf dem Arbeitsmarkt nicht verbessert.

Die Produktivität außerhalb der Landwirtschaft wuchs unterdessen im zweiten Quartal überraschend deutlich, wie aus der zweiten Lesung der Daten hervorging. Dagegen weitete sich das Handelsbilanzdefizit im Juli unerwartet aus. Der Markit-Einkaufsmanagerindizes für den Dienstleistungssektor ist in der Zweitlesung ebenfalls besser ausgefallen als gedacht.

Dollar verteidigt Gewinne

Am Devisenmarkt tut sich wenig. Der Dollar verteidigt die kräftigen Gewinne der Vortage, die ein besser als gedacht ausgefallener Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende US-Gewerbe ausgelöst hatte.

Weiter auf dem Weg nach unten sind die Ölpreise. Das Barrel US-Leichtöl der Sorte WTI verbilligt sich um 1,8 Prozent auf 40,76 Dollar. Der am Mittwoch gemeldete deutliche Rückgang der US-Ölvorräte sei allein den Hurrikans Laura und Marco geschuldet gewesen und somit ein Einmaleffekt, merken die Analysten der Commerzbank dazu an. Die Lagerbestände seien trotz der dadurch bedingten vorübergehenden Förderausfälle noch vergleichsweise hoch. Sie lägen 14 Prozent über dem Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre.

Gold wird ebenfalls verkauft. Neben dem festeren Dollar verweisen Marktteilnehmer auf die zuletzt überwiegend ermutigenden Konjunkturdaten und die Erwartung. Der Preis für die Feinunze sinkt um 0,1 Prozent auf 1.941 Dollar. Am Anleihemarkt tut sich wenig. Die Zehnjahresrendite steht kaum verändert bei 0,65 Prozent.

Gewinnmitnahmen nach guten Zahlen von Ciena und Campbell

Unter den Einzelwerten an der Börse stürzen Ciena um fast 28 Prozent ab. Der Anbieter von Netzwerksystemen und Software hat in seinem dritten Geschäftsquartal mit Umsatz und Gewinn die Erwartungen des Marktes übertroffen, rechnet aber damit, dass die Corona-Krise noch über mehrere Quartale hinweg Auftragslage und Umsatz negativ beeinflussen wird. Das scheinen Anleger als Aufruf zu Gewinnmitnahmen zu verstehen, nachdem die Aktie an den Tagen vor Bekanntgabe der Zahlen gut gelaufen war.

Auch Campbell Soup werden trotz überraschend guter Quartalszahlen verkauft und verlieren 1,7 Prozent. Die Umsatzprognose des für seine Dosensuppen bekannten Unternehmens liegt über dem Analystenkonsens, die Gewinnprognose deckt sich mit den Erwartungen des Marktes. Auch hier dürften Gewinnmitnahmen im Spiel sein.

Bei Tesla, die nach dem Aktiensplit Anfang der Woche auf ein Rekordhoch knapp über 502 Dollar gestiegen waren, setzen sich die Gewinnmitnahmen den dritten Tag in Folge fort. Der Kurs fällt um 5 Prozent auf gut 425 Dollar. Im Dow verlieren die Technologiewerte Apple, Cisco, Microsoft und Salesforce.com zwischen 1,9 und 2,9 Prozent.

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September 03, 2020 09:57 ET (13:57 GMT)

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