Alt 28.08.20, 18:42
Standard XETRA-SCHLUSS/DAX nach US-Notenbank im Minus
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FRANKFURT (Dow Jones)--Mit leichtem Minus ist der deutsche Aktienmarkt am Freitag aus dem Handel gegangen. Der Strategieschwenk der US-Notenbank musste vom Markt zunächst verdaut werden. Nur bei Finanzwerten wurde er als einhellig positiv gesehen, den Dollar setzte er aber unter Druck und bremste den exportorientierten DAX. Der Index gab um 0,5 Prozent auf 13.033 Punkte nach.

US-Notenbank will höhere Inflation zulassen

Im Marktfokus stand die Interpretation des Strategieschwenks der US-Notenbank. Sie hatte sich von ihrem bisher bei 2 Prozent fixierten Inflationsziel verabschiedet. Künftig kann sie ihre expansive Geldpolitik fortsetzen, selbst wenn die Inflation über 2 Prozent steigen sollte. Nur "im Durchschnitt" soll sie noch unter dieser Marke liegen.

"Die Auswirkungen der Schritte der US-Notenbank sind enorm", sagte Investmentstratege Russell Silberston vom Vermögensverwalter Ninety One. Der Schritt werde die Inflation treiben und könnte zu einer deutlicheren Dollar-Abwertung führen. Profiteure seien Aktien und Gold.

Hauptgewinner der neuen Fed-Politik waren Bankaktien. Sie profitierten von der Aussicht auf höhere Inflationsraten und damit einer Versteilerung der Zinskurve. Dadurch können sie sich kurzfristig billig refinanzieren und Kredite langfristig zu höherem Zinssatz verleihen. Commerzbank stiegen um 2,7 Prozent, Münchener Rück um 1,7 Prozent.

Delivery Hero klarer DAX-Verlierer

DAX-Neuling Delivery Hero setzten ihre Verluststrecke seit der Indexaufnahme fort und gaben um 0,9 Prozent nach. Hier hatte schon im Vorfeld die Aufnahmefantasie für kräftige Kursgewinne gesorgt. Bei Bayer drückte das sich Hinziehen der Vergleichsabschlüsse beim Unkrautvernichter Roundup in den USA auf die Stimmung, die Aktien gaben 2,7 Prozent nach. In einer Anhörung machten Anwälte mehrerer Kläger deutlich, dass viele Vergleiche noch nicht finalisiert worden seien.

Deutsche Börse gaben 0,8 Prozent nach wegen einer Klage gegen unter anderem die Tochter Clearstream in den USA. Hier belaste seit Jahren, dass Clearstream iranische Vermögenswerte halte, hieß es. Höhere optische Kursverluste wiesen Deutsche Post, Fresenius Medical Care, Jungheinrich und Lanxess auf. Grund waren aber nur die Dividendenauszahlungen.

Weiter auf Erholungskurs gingen auch viele Aktien aus dem Reise- und Veranstaltungsbereich. Fraport legten 1,8 Prozent zu und Event-Veranstalter CTS Eventim um 1,7 Prozent. Unter den Nebenwerten sprangen Fabasoft nach Quartalszahlen um fast 17 Prozent. Das Software-Unternehmen profitierte vom Trend zur Heimarbeit. Die Analysten von Warburg hatten zudem das Kursziel erhöht.

Umgesetzt wurden im Xetra-Handel bei den DAX-Werten rund 63,8 (Vortag: 53,0) Millionen Aktien im Wert von rund 2,79 (Vortag: 2,52) Milliarden Euro. Es gab sechs Kursgewinner und 24 -verlierer.

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August 28, 2020 11:58 ET (15:58 GMT)

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