Alt 19.08.20, 16:57
Standard Rücksetzer in Schanghai - Seoul etwas erholt
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SCHANGHAI/TOKIO (Dow Jones)--Erneut ohne einheitliche Tendenz haben sich am Mittwoch die Aktienmärkte in Ostasien gezeigt. Dass in den USA nun auch der S&P-500-Index nach dem coronabedingten Einbruch im Frühjahr mittlerweile ein Rekordhoch erreicht hat, sorgte für keinen Schwung. Der Nasdaq-Composite markierte derweil bereits das 34. Rekordhoch auf Schlusskursbasis in diesem Jahr. Der Fokus der Marktteilnehmer sei zunächst auf das Protokoll der jüngsten US-Notenbanksitzung im Juni gerichtet, das am Abend (MESZ) vorgelegt werde, so Marktbeobachter.

Während zur Wochenmitte die Börse in Schanghai nach den jüngsten liquiditätsgetriebenen Aufschlägen einen gut 1-prozentigen Rücksetzer verzeichnete, konnten Tokio, Sydney und Seoul moderat zulegen. In Südkorea ging es nach dem heftigen Absacker des Vortages aus Sorge vor wieder stärker steigenden Corona-Infektionszahlen um 0,5 Prozent nach oben.

Der Nikkei-Index in Tokio kam nach den beiden leichteren Vortagen um 0,3 Prozent voran auf 23.110 Punkte. Der Yen legte zwar im Vergleich zur gleichen Vortageszeit erneut zu, was ungünstig für die Exportwirtschaft ist, aber nicht mehr so stark wie zuletzt. Auf breiter Front zeigte sich der Dollar stabilisiert, nachdem er an den fünf Tagen zuvor jeweils nachgegeben hatte vor dem Hintergrund der auf längere Sicht sehr niedrig erwarteten US-Zinsen und der politischen Unwägbarkeiten mit Blick auf die bevorstehende Präsidentschaftswahl in den USA.

Von Konjunkturseite gab es keine nennenswerte Impulse für den Nikkei-Index. Die Aufträge im japanischen Maschinenbau sanken im Juni wider Erwarten deutlich, die Daten gelten aber als notorisch volatil. Japans Exporte brachen derweil im Juli gegenüber dem Vorjahr erwartungsgemäß ein, wenn auch mit 19,2 Prozent einen Tick weniger stark als befürchtet. Einen Hoffnungsschimmer gab es aber im Handel mit China, denn die Exporte in das Reich der Mitte legten erstmals seit sieben Monaten wieder zu.

Nur deutlich verkürzt wurde in Hongkong gehandelt, weil dort das Geschäft wegen einer Typhoon-Warnung zunächst nicht starten konnte. Im Späthandel lag der HSI mit 0,8 Prozent im Minus. Unter Druck standen dort wie auch in Schanghai die Aktien von Herstellern von Smartphone-Komponenten wie Sunny Optical und AAC Technologies vor dem Hintergrund offenbar neuer Restriktionen der USA gegenüber Huawei.

Samsung Life Insurance steigen weiter

Bei den Einzelwerten verbesserten sich in Seoul Samsung Life Insurance um weitere gut 6 Prozent. Hier stützte laut Händlern die Spekulation über den potenziellen Verkauf eines 8,51-prozentigen Anteils an Samsung Electronics. In den vergangenen beiden Wochen ging es für das Papier bereits um über 30 Prozent nach oben, was die Analysten von Goldman Sachs für übertrieben halten und die Aktie deswegen zum Verkauf gestellt haben.

Samsung Fire & Marine Insurance verteuerten sich um knapp 5 Prozent auf 187.500 Won nach besser als erwartet ausgefallenen Quartalsergebnissen. Samsung Securities erhöhte nach den Zahlen das Kursziel auf 250.000 Won.

In Sydney wurden erneut Pharmaaktien favorisiert. Der entsprechende Subindex schnellte um 4 Prozent nach oben. CSL machten einen Satz um 6,4 Prozent, nachdem das Unternehmen angekündigt hatte, für Mitte 2021 seinen Corona-Impfstoff einsatzbereit zu haben. Einen Kurssprung um 4 Prozent machte die Aktie des Logistiktechnologieunternehmens Wisetech Global nach dem Quartalsausweis und einem erhöhten Ausblick. Ebenfalls nach der Zahlenvorlage gewannen Crown Resorts 3,3 Prozent.

Rio Tinto zeigten sich kaum bewegt davon, dass der Rohstoffförderer die Prognose für die eigene Jahresproduktion von raffiniertem Kupfer gesenkt hat wegen eines verspäteten Produktionsstarts in einer US-Mine. Die Aktie schloss knapp behauptet.

In Tokio profitierten Takeda Pharmaceutical mit einem Plus von 0,9 Prozent von Berichten über den Verkauf des Geschäfts mit nicht-rezeptpflichtigen Medikamenten an Blackstone für umgerechnet knapp 2 Milliarden Euro.

Uneinheitliche Öl-Vorratsdaten

Am Ölmarkt geben die Preise um knapp 1 Prozent nach. Dass die Rohöllagerbestände in den USA in der zurückliegenden Woche nach Angaben eines Branchenverbands um 4,3 Millionen Barrel gesunken sind, stützte nicht. Zudem zeigte sich bei den Benzinvorräten ein Anstieg der Vorräte. Im späteren Tagesverlauf stehen die offiziellen US-Vorratsdaten auf dem Terminkalender.

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August 19, 2020 03:56 ET (07:56 GMT)

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