Alt 31.03.22, 22:05
Standard Ukraine-Krieg und Quartalsende drücken Aktien
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NEW YORK (Dow Jones)--Mit den US-Börsen ist es am Donnerstag kräftig abwärts gegangen. Der deutlich nachgebende Ölpreis brachte keine Erleichterung am Aktienmarkt. Vielmehr belastete der unvermindert andauernde Ukraine-Krieg. Die von der russischen Seite bei den Verhandlungen am Dienstag signalisierte Bereitschaft zu Zugeständnissen hat sich bislang als reines Lippenbekenntnis erwiesen. Zudem hat der russische Präsident Wladimir Putin von den Europäern gefordert, dass Gaslieferungen ab Freitag in Rubel zu bezahlen seien. Im späten Geschäft beobachteten Händler Abgaben zum Quartalsende.

Der Dow-Jones-Index reduzierte sich um 1,6 Prozent auf 34.678 Punkte. Für den S&P-500 ging es ebenfalls um 1,6 Prozent nach unten. Der Nasdaq-Composite verlor 1,5 Prozent. Dabei standen 1.462 (Mittwoch: 1.309) Kursgewinnern 1.933 (2.015) -verlierer gegenüber. Unverändert schlossen 103 (127) Titel.

Die Ölpreise fielen derweil um rund 6 Prozent, was Inflationsängste linderte. Aus Marktsicht lasse damit auch der Druck auf die Notenbanken nach, die Zinsen aggressiv zu erhöhen, merkte Investmentmanager James Athey von Abrdn dazu an. US-Präsident Joe Biden plant, ab Mai bis zu 180 Millionen Barrel der staatlichen Ölreserven anzuzapfen, um die rekordverdächtig hohen Treibstoffpreise zu dämpfen - ein beispielloser Eingriff der Regierung in die Ölmärkte in einer Zeit der internationalen Krise. Die Opec+-Staaten haben auf ihrer Konferenz am Donnerstag indessen beschlossen, an ihrem Förderplan festzuhalten. Dieser sieht vor, die gemeinsame Fördermenge im Mai um 432.000 Barrel pro Tag zu erhöhen.

Daneben musste der Markt einige Konjunkturdaten verarbeiten. Die persönlichen Einkommen stiegen im Februar im von Ökonomen erwarteten Rahmen. Die Ausgaben erhöhten sich jedoch weniger stark als prognostiziert, was auf Konsumzurückhaltung aufgrund der Inflation hindeutet. In der vergangenen Woche beantragten etwas mehr Amerikaner als erwartet erstmals Arbeitslosenhilfe. Und der März-Einkaufsmanagerindex für die Region Chicago fiel wiederum besser aus als erwartet.

AMD nach Abstufung schwächer

Unter den Einzelwerten an der Börse gaben AMD um 8,3 Prozent auf 109,36 Dollar nach. Barclays hat die Titel auf "Equalweight" von "Overweight" abgestuft und das Kursziel auf 115 von 148 Dollar gesenkt.

Walgreens Boots Alliance sackten trotz guter Zahlen um 5,7 Prozent ab. Die Aussagen des Unternehmens weckten die Sorge, dass das künftige Wachstum hinter den Erwartungen zurückbleibt.

Novavax sanken gegen die positive vorbörsliche Tendenz um 1,5 Prozent. Der Pharmahersteller hat bei der EU beantragt, die Zulassung seines Covid-19-Impfstoffs auf Jugendliche zwischen zwölf und 17 Jahren auszudehnen.

Ein überraschend schwaches Ergebnis und ein enttäuschender Ausblick drückten den Kurs des Softwareunternehmens Uipath um 25,6 Prozent. Auch bei Expensify (-5,9%) enttäuschte der Ausblick und überschattete damit den über den Erwartungen liegenden Umsatz.

Dollar profitiert von Sicherheitsbedürfnis der Anleger

Da ein Ende des Kriegs in der Ukraine noch immer nicht absehbar ist, verzeichnete der Dollar als "sicherer Hafen" in Krisenzeiten Zulauf. Der Dollarindex stieg um 0,6 Prozent. Der Euro fiel auf 1,11 Dollar, nachdem die Gemeinschaftswährung im frühen Handel bis zu 1,1185 Dollar gekostet hatte.

Am Anleihemarkt ging es mit den Renditen weiter nach unten, außer am kurzen Ende. Die Teilnehmer griffen auf der Suche nach Sicherheit verstärkt zu. Im Blick stand erneut die Abflachung der Zinsstrukturkurve. Der Renditeabstand zwischen zwei- und zehnjährigen Titeln belief sich auf nur noch 2 Basispunkte. Am Dienstag war die Zinskurve kurze Zeit sogar invers, das heißt, zweijährige Anleihen rentierten höher als zehnjährige - ein Phänomen, das als Indikator einer Rezession gilt.

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March 31, 2022 16:20 ET (20:20 GMT)

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