Alt 17.11.17, 18:19
Standard XETRA-SCHLUSS/DAX beschließt die Woche mit leichten Molltönen
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FRANKFURT (Dow Jones)--Auch am Freitag lief es am deutschen Aktienmarkt nicht wirklich rund. Ein wieder erstarkender Euro, der im Tageshoch auf 1,1820 Dollar stieg, und die Befürchtung einer schon lange überfälligen Korrektur an Wall Street ließen die Anleger zurückhaltend agieren. "Die Luft ist einfach draußen", so ein Händler. Die Hoffnung auf eine Jahresendrally sei erst einmal verschwunden. An ein übergeordnetes Ende der Rally an den Börsen wollte der Teilnehmer allerdings auch nicht glauben. Der DAX verlor 0,4 Prozent auf 12.994 Punkte.

Auch Fortschritte bei der geplanten US-Steuerreform halfen nicht. Das US-Repräsentantenhaus hat nach langem Ringen einen Gesetzesentwurf verabschiedet. Damit ist die Kuh aber noch nicht vom Eis. Denn noch steht die Zustimmung des Senats aus. Hier haben die Republikaner zwar eine Mehrheit von vier Stimmen, es ist aber davon auszugehen, dass nicht alle für die Reform stimmen werden. Insgesamt müssen nur drei Republikaner dagegen sein, um US-Präsident Trump eine Niederlage zu bescheren. Beobachter gehen zumindest von einer Verwässerung des Gesetzesentwurfs aus.

Deutsche Börse und Munich Re fest - Fresenius schwach

Stärkster Wert im DAX waren Linde mit plus 1,9 Prozent. Deutsche Börse gewannen 1,3 Prozent und profitierten damit weiter von der Ernennung von Theodor Weimer zum neuen Chef des Börsenbetreibers ab Januar. Die Ernennung stieß bei Anlegern und Analysten auf ein positives Echo. Es sei davon auszugehen, dass Weimer die bisherige Unternehmensstrategie von Vorgänger Carsten Kengeter fortsetzen wird. Wie die UBS anmerkte, hat Weimer einen starken Lebenslauf vorzuweisen, auch wenn er nicht die besten Kontakte in die Investment-Community habe.

Die sich hinziehenden Koalitionsverhandlungen lasteten auch am Freitag auf RWE. Die Grünen wollen in den nächsten drei Jahren 20 Braunkohlekraftwerke vom Netz nehmen, damit die Bundesrepublik ihre ehrgeizigen Klimaschutzziele erreichen kann. Einer der Hauptleidtragenden wäre RWE. "Die Unsicherheiten rund um die Zukunft der Braunkohlekraftwerke ist ein guter Vorwand, Geld vom Tisch zu nehmen", sagte ein Händler. RWE fielen 3,9 Prozent, liegen seit Jahresbeginn aber noch immer 70 Prozent vorne.

UBS befürchtet zunehmende Generika-Konkurrenz bei Fresenius

Fresenius brachen nach einer Verkaufsempfehlung der UBS um 5,4 Prozent ein. Die Analysten befürchten zunehmenden Preisdruck im Kabi-Geschäft durch alternative Generika. Um 0,3 Prozent nach oben auf 190,80 Euro ging es mit Munich Re. HSBC hatte die Aktien der Munich Re auf die Kaufliste genommen, mit einem Kursziel von 220 Euro.

Die Anleger machten weiter einen Bogen um Gerry Weber - die Aktie verlor 3,8 Prozent. Der Abgang von Finanzvorstand David Frink kommt bei Anlegern überhaupt nicht gut an. Dies komme einem "schweren Verlust" gleich, sagte ein Händler. Es werde eine Weile dauern, bis das Unternehmen auf die Füße komme und die Aktie wieder investierbar werde. Das Unternehmen hat betont, dass der Abgang von Frink nicht im Zusammenhang mit der Geschäftsentwicklung stehe.

Kontakt zum Autor: manuel.priego-thimmel@wsj.com

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November 17, 2017 11:39 ET (16:39 GMT)

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