Alt 07.11.19, 12:19
Standard Neue Hoffnung im Handelskonflikt stützt nur mäßig
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TOKIO/SCHANGHAI (Dow Jones)--An den asiatischen Aktienmärkten haben dank neuer Schlagzeilen zum Handelskonflikt am Donnerstag die Pluszeichen überwogen. Auslöser für die Stimmungsaufhellung waren Meldungen aus Peking, wonach die USA und China die schrittweise Aufhebung der bestehenden Zölle vereinbart hätten. "Das ist es, was beide Seiten nach sorgfältigen und konstruktiven Verhandlungen in den letzten zwei Wochen vereinbart haben", sagte der chinesische Ministeriumssprecher Gao Feng.

Wenn ein Vertrag der Phase-1 unterzeichnet werde, sollten China und die USA die Zölle gleichzeitig und in gleicher Höhe abschaffen, sagte Gao und fügte hinzu, dass dies eine wichtige Voraussetzung für einen Vertrag sei. Zunächst hatte der Optimismus hinsichtlich eines Handelsabkommens einen weiteren Dämpfer erhalten, weil sich laut einem Agenturbericht die Unterzeichnung eines Abkommens in den Dezember hinein verzögern könnte.

Für einige Börsen kamen die neuen Schlagzeilen zu spät, sie waren schon geschlossen. Zudem merkten Händler kritisch an, dass eine Bestätigung aus den USA auf sich warten lasse. Außerdem hänge die Aufhebung der Zölle an einem Abkommen, das sei streng genommen auch vorher schon klar gewesen.

In Tokio stieg der Nikkei-225 um 0,1 Prozent auf 23.330 Punkte. Letztlich verhinderte der Devisenmarkt höhere Aufschläge am japanischen Aktienmarkt, denn der Yen legte mit den bis zum Handelsschluss um 08.00 MEZ noch gesehenen Verzögerungen der Handelsgespräche deutlich zu und wurde zunächst als vermeintlich sicherer Hafen angesteuert. Der US-Dollar sank auf 108,70 Yen nach Wechselkursen klar über der Marke von 109 Yen zur Vortageszeit. Nach Börsenschluss in Tokio schoss der Greenback mit der neuen Entwicklung dann allerdings wieder über die 109-er Marke.

Toyota und Mitsubishi mit unterschiedlichen Trends

Toyota Motor zogen mit Zahlenausweis während des Handels deutlich an und schlossen 1,1 Prozent fester. Im zweiten Geschäftsquartal hatte der Automobilkonzern 1,2 Prozent auf Jahressicht mehr verdient dank besserer Geschäfte in Nordamerika und Japan. Der Umsatz kletterte stärker als vom Markt erhofft. Mitsubishi Motors stürzten dagegen um 6,8 Prozent ab, nachdem der Toyota-Wettbewerber in der zweiten Periode unerwartet in die Verlustzone gerutscht war.

Während in China die Börse Schanghai noch vor den neuen Schlagzeilen aus Peking unverändert aus dem Handel ging, drehte Hongkong mit 0,6 Prozent ins Plus, da die dortige Börse erst um 09.00 Uhr MEZ schließt.

CSPC Pharmaceutical und Sino Biopharmaceutical zählten mit Aufschlägen von 4,4 bzw. 2,2 Prozent zu den festesten Titeln. Beide Pharmakonzerne hatten jüngst mit einer ganzen Reihe von Zulassungen aufgewartet.

Der Aktienmarkt in Sydney schloss 1 Prozent fester - gestützt von Aufschlägen der vier großen Bankenwerte. National Australia Bank zogen um 2,2 Prozent an. Anleger glaubten nicht, dass die Bank dem Wettbewerber Westpac folgen werde, der jüngst eine massive Kapitalerhöhung angekündigt hatte. Westpac stiegen um 0,7 Prozent. Gut kommen indes australische Handelsdaten an, die signifikant besser als erwartet ausgefallen sind.

Auch für die südkoreanische Börse kamen die Hoffnungsschimmer im Handelskonflikt zu spät, der Kospi schloss nahezu unverändert.

Unter den Einzelwerten geben die Titel der japanischen Beteiligungsgesellschaft Softbank um 2,2 Prozent nach. Dem Mischkonzern bescherten seine Investitionsfonds Vision Fund und Delta Fund im dritten Quartal einen massiven Nettoverlust. In den drei Monaten bis Ende September lag der Fehlbetrag bei 700,17 Milliarden Yen. Allein der US-Büroraumanbieter Wework sorgte für einen Verlust von 4,7 Milliarden Dollar, weil der Firmenwert auf nur noch 7,8 Milliarden Dollar abgeschrieben wurde.

In Hongkong stiegen China Pacific Insurance um 1,5 Prozent. Der schweizerische Rückversicherer Swiss Re bestätigte Medienberichte über einen möglichen Einstieg bei den Chinesen.

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November 07, 2019 04:44 ET (09:44 GMT)

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