Alt 06.11.19, 00:18
Standard Wenig verändert nach jüngsten Rekordständen
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NEW YORK (Dow Jones)--Nach der jüngsten Rekordjagd ging der Wall Street am Dienstag etwas die Puste aus. Zwar kletterte der Dow-Jones-Index zum Start erneut auf ein Allzeithoch, büßte allerdings die Gewinne im Verlauf fast vollständig wieder ein. Übergeordnet stützten weiterhin die Hoffnungen auf eine Lösung im Handelsstreit zwischen den USA und China. Beide Seiten prüfen offenbar, bestehende Importzölle wieder zurückzufahren, um einem Handelsabkommen den Weg zu bereiten.

Auch der besser als erwartete ausgefallene ISM-Index für den Dienstleistungssektor stützte die Stimmung nicht. Dieser lag im Oktober mit 54,7 über der Marktprognose von 53,5. Denn der IHS Markit Index für den Dienstleistungssektor zeigte ein gegensätzliches Bild. Dieser fiel in der zweiten Lesung mit 50,6 auf den tiefsten Stand seit Februar und liegt damit nur noch knapp über der Expansionsschwelle.

"Obwohl im Oktober Anzeichen dafür zu erkennen sind, dass sich der verarbeitende Sektor aus der jüngsten Talsohle erholt hat, bleibt der weitaus größere Dienstleistungssektor in der Flaute", sagte Markit-Chefökonom Chris Williamson. Dies deute auf einen schwachen Start der US-Konjunktur in das vierte Quartal hin.

Das US-Handelsbilanzdefizit schrumpfte im September zwar verglichen mit dem August, aber nicht so deutlich wie erwartet. Überdies fiel das August-Defizit in zweiter Lesung größer aus als zunächst gemeldet.

Der Dow-Jones-Index stieg um 0,1 Prozent auf 27.493 Punkte. Das neue Allzeithoch liegt nun bei 27.560 Punkten. Für den S&P-500 ging es um dagegen 0,1 Prozent auf 3.075 Punkte nach unten. Der Nasdaq-Composite schloss wenig verändert bei 8.435 Punkten. Den 1.374 (Montag: 1.796) Kursgewinnern an der Nyse standen 1.604 (1.127) -verlierer gegenüber. Unverändert schlossen 59 (102) Aktien.

Ölpreise setzen Anstieg fort - "Sichere Häfen" nicht gefragt

Die Ölpreise wurden weiter von der Hoffnung auf eine Beilegung des US-chinesischen Handelsstreits angetrieben. Der Preis für ein Barrel US-Rohöl der Sorte WTI kletterte um 1,1 Prozent auf 57,16 Dollar. Brent legte um 1,3 Prozent zu auf 62,92 Dollar zu. Die Analysten von ING halten den Preisanstieg jedoch für kurzlebig. In der ersten Hälfte des kommenden Jahres werde der Markt mit einem Überangebot an Öl überschwemmt werden, erwarten sie. Falls die Opec im Dezember aber für 2020 deutlichere Förderkürzungen ankündigen sollte als erwartet, dürfte das den Druck auf die Ölpreise mildern.

Am Devisenmarkt wertete der Dollar weiter auf. Der Euro fiel im Gegenzug unter die Marke von 1,11 Dollar. Die US-Währung profitiere nach wie vor von der gestiegenen Risikobereitschaft der Anleger und der Zinssenkungspause, die die US-Notenbank in der vergangenen Woche angedeutet hatte, hieß es.

Aus "sicheren Häfen" wie Gold oder Staatsanleihen zogen sich die Anleger weiter zurück. Die Feinunze Gold ermäßigte sich um 1,6 Prozent auf 1.485 Dollar und fiel damit unter die wichtige Marke von 1.500 Dollar. Das Edelmetall markierte den tiefsten Stand seit drei Wochen.

Am US-Anleihemarkt trieben sinkende Notierungen die Zehnjahresrendite um 7,8 Basispunkte auf 1,86 Prozent nach oben. Neben den weiter zuversichtlichen Tönen im Handelsstreit verwiesen Teilnehmer auch auf den besser als erwartet ausgefallenen ISM-Service-Index.

Uber fallen nach Quartalszahlen auf Jahrestief

Die Uber-Aktie verlor nach den Drittquartalszahlen 9,8 Prozent und rutschte zwischenzeitlich auf ein Jahrestief. Die Analysten von Susquehanna stuften die Zahlen als gemischt ein. Zusätzlich belastet wurde die Aktie vom Ende einer Haltefrist am Mittwoch. Dann können weitere Aktionäre sich von Aktien trennen. Der Uber-Kurs hat seit dem Börsengang im Mai diesen Jahres über 35 Prozent eingebüßt.

Die Boeing-Papiere gewannen 2,1 Prozent. Das Debakel um die mit einem Flugverbot belegte 737 Max wird sich auch auf CEO Dennis Muilenburg auswirken. Chairman Dave Calhoun sagte beim Sender CNBC, dass der CEO dieses Jahr weder einen Bonus erhält noch Aktienoptionen, bis die 737 Max wieder abhebt. Gleichwohl bekräftigte er sein Vertrauen in Muilenburg.

Für die Mylan-Aktie ging es nach den Ergebnissen für das dritte Quartal um 10 Prozent nach unten. Der bereinigte Gewinn je Aktie habe um 8 Prozent unter dem Vorjahr gelegen, der bereinigte freie Cashflow sogar um 36 Prozent, hieß es von CFRA.

Der Öl- und Gaskonzern Chesapeake Energy ist tiefer in die roten Zahlen gerutscht. Der Aktienkurs brach um 17,9 Prozent ein. Positiv kam der am Montag nach Börsenschluss vorgelegte Ausblick von Adobe an. Der Softwarehersteller hat mit seinen Prognosen für das Geschäftsjahr 2020 die Markterwartungen übertroffen. Die Aktie gewann 4,2 Prozent.

Die US-Wettbewerbsbehörde FCC hat die geplante Fusion zwischen T-Mobile US und Sprint nun formell unter Auflagen genehmigt. In trockenen Tüchern ist diese damit aber nicht. Zwar hat auch das Justizministerium dem Deal zugestimmt, Widerstand leistet aber noch eine Gruppe von Generalstaatsanwälten verschiedener Bundesstaaten. Für die Aktie von T-Mobile US ging es um 0,7 Prozent nach oben, Sprint verloren 0,2 Prozent.

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November 05, 2019 16:18 ET (21:18 GMT)

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