Alt 23.12.20, 14:38
Standard Die Krise als Innovationsturbo
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Widerstandsfähige Märkte.

Warum haben viele Anleger im Börsenjahr 2020 den Markt inmitten der kurzen, aber sehr heftigen Bärenmarktphase verlassen? Es war die Furcht vor dem Ungewissen, die lähmende Unsicherheit, dass uns die Corona-Pandemie vor unlösbare Probleme stellt, sowohl gesellschaftlicher als auch wirtschaftlicher Art.

In der Ruhe lag die Kraft

Im Rückblick war es natürlich die richtige Entscheidung, auf die Widerstandsfähigkeit der globalen Märkte zu setzen. Hinter dieser Entscheidung, die auch wir im März 2020 für unsere Kunden getroffen haben, steckt viel mehr, als man auf den ersten Blick vermuten könnte. Sie basiert auf der Grundüberzeugung, dass sich die Innovationskraft der Menschen gerade in Krisenzeiten als starke Triebfeder für eine bessere Zukunft beweist.

Der erzwungene Fortschritt

Gesellschaftlich betrachtet ist das Corona-Virus eine weitreichende Katastrophe. Ein harter Schlag für viele Unternehmen, mittelständische Betriebe, Einzelhändler, Gastronomen und vor allem eine ernsthafte Bedrohung für die Gesundheit so vieler Menschen. Dennoch gibt es in dieser absoluten Krisenzeit vieles zu beobachten, was Mut für die Zukunft macht. Gerade in der Privatwirtschaft wurde flexibel und schnell reagiert, unzählige Unternehmen haben die Zeit des ersten Lockdowns genutzt, um Innovationen durchzusetzen und wichtige Schritte in der Digitalisierung zu gehen.

Dieser Fortschritt wird nicht nur dazu da sein, um die Corona-Klippe zu umschiffen, er wird darüber hinaus den Grundstein legen für eine effizientere Zukunft. Wir als Vermögensverwalter haben beispielsweise unsere Kunden-Events und Beratungsgespräche ins digitale Format transferiert, wir haben technologische Lösungen vorangetrieben und effiziente Methoden zur besseren Skalierbarkeit entwickelt. Das Feedback unserer Kunden ist überragend positiv. Diese Neuerungen werden nicht beiseitegelegt, sobald die Welt wieder zurück zur Normalität gefunden hat, sie werden zur Basis für eine modernere Dienstleistung in der Zukunft gehören.

Komplizierte Politik

Diese Geradlinigkeit zeigt sich vor allem in der Privatwirtschaft, in der Politik ist es leider nicht so einfach. Das alte Sprichwort „zu viele Köche verderben den Brei“ trifft vollends zu. Zugegeben, politische Maßnahmen in dieser außergewöhnlichen Zeit festzulegen, ist ein ebenso komplexes wie kontroverses Thema. Der Grat zwischen „zu viel“ und „zu wenig“ ist extrem schmal. Zudem herrscht ein wahres Meinungs-Wirrwarr zwischen Bund und Ländern, Virologen und politischen Akteuren. So wird es schwierig, die Bürger „emotional mitzunehmen“ und ihnen zu verdeutlichen, dass die Maßnahmen eigentlich zum Wohle aller Beteiligten getroffen werden sollen. Der gemeinsame Nenner in der Politik ist zu klein, um Überzeugung zu schaffen. Es existieren zu viele „Varianten der Wahrheit“.

Fazit

Wenn das Börsenjahr 2020 eines gezeigt hat, dann die Tatsache, dass es in Krisensituationen einen kühlen Kopf erfordert. Man sollte als Anleger mutig genug sein, um auch in schwierigen Phasen „unpopuläre“ Entscheidungen zu treffen. Wer immer das Worst-Case-Szenario vor Augen hat, stellt die vermeintliche eigene „Sicherheit“ zu sehr in den Vordergrund. Leider ist es an den Märkten aber eine Tatsache, dass dieses Sicherheitsdenken seinen Preis hat - zu Lasten der langfristigen Renditen, die am Aktienmarkt möglich sind. Diese Krise hat Anleger gelehrt, nie den Glauben an die Innovationskraft der Menschheit zu verlieren. Das Motto für 2021 könnte also zurecht lauten: Gestärkt aus der Krise.

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Für Inhalt und Rechtmäßigkeit dieses Beitrags trägt der Verfasser Thomas Grüner die alleinige Verantwortung. (s. Haftungshinweis)  
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