Alt 18.06.20, 18:34
Standard „Aktienmärkte sind kein Casino“
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Weg mit den Vorurteilen!

Seit jeher hat die Aktienkultur in Deutschland einen schweren Stand. Zu den gängigen Vorurteilen gehört, dass Aktienmärkte unberechenbar sind und gerade für Kleinanleger gefährliches Terrain bedeuten. Wehe dem, der investiert ist, sobald der große Crash kommt! Aktien als Teil der Altersvorsorge? Für viele Anleger ist dieser Gedanke viel zu spekulativ. Am besten nur Geld investieren, welches man überhaupt nicht braucht! Wer diese Standpunkte vertritt, der ist empfänglich für einen unpassenden und doch weit verbreiteten Vergleich: An den Aktienmärkten geht es manchmal zu wie im Casino.

Vernunft ist eine Grundvoraussetzung für den Erfolg

Zugegeben: Es gibt einige Marktteilnehmer, die tatsächlich mit einer „Casino-Mentalität“ an ihre Aktieninvestitionen herangehen. Der Löwenanteil des eigenen Vermögens ist dort angelegt, wo man sich nicht so viel aufregen muss - Festgeld, Anleihen, Edelmetalle, Immobilien, Lebensversicherungen - und mit dem Geld, das nicht zwingend benötigt wird, kann man ja mal sein Glück versuchen. Man setzt auf bestimmte Einzelaktien und man spekuliert auf schnelle Gewinne, um in der Casino-Sprache zu bleiben.

Nur ist diese Herangehensweise eben falsch. Aktienmärkte belohnen nicht diejenigen, die auf schnelle Gewinne aus sind. Das Rückschlagpotential kann erheblich sein, wenn man massiv auf einzelne Aktien oder sogar auf gehebelte Produkte für den Aktienmarkt setzt. Es ist gar nicht einfach, die Gier komplett auszublenden, denn wer würde nicht gerne sein ganzes Kapital in die nächste Amazon-Aktie investieren? Nur wer vernünftig an das Thema Aktien herangeht, mit einem langfristigen Anlageplan, gesunder Diversifikation und Geduld in den schwierigen Phasen, für denjenigen ist der Aktienmarkt eine langfristig lohnende Angelegenheit. Es ist ein Erfolgsrezept, sich nachhaltig am globalen Wirtschaftswachstum und der steigenden Unternehmensprofitabilität zu beteiligen - keine Spekulation mit Adrenalin-Kick wie im Casino!

Schwierige Zeiten gibt es immer

Nun ist es leider so, dass der Aktienmarkt in den letzten Monaten nicht gerade Eigenwerbung für mehr Akzeptanz bei deutschen Anlegern betrieben hat. Ein blitzschneller Bärenmarkt, eine V-förmige Erholung mit neuerlichen Rücksetzern - die Volatilität regiert, das Gefühl der Unsicherheit ist weit verbreitet. Die üblichen Vorurteile haben Hochkonjunktur: Aktienmärkte haben sich von der Realität abgekoppelt, der nächste Crash ist eine Frage der Zeit, Aktien haben ein irrationales Eigenleben entwickelt und hängen am Tropf der Zentralbanken. Jeder, der jetzt investiert, kann genauso gut ins Casino gehen! Erfahrene Anleger hat es dagegen noch nie sonderlich beunruhigt, wenn die Abneigung gegenüber Aktien deutlich zugenommen hat. Märkte steigen oft gerade dann dynamisch an, wenn die Nachrichtenlage extrem eingetrübt ist.

Fazit

Wohin bewegen sich die Aktienmärkte in den nächsten Wochen? Könnte eine zweite COVID-19-Infektionswelle für den endgültigen Kollaps sorgen? Es gibt keine einfachen Antworten. Nur so viel ist sicher: Aktienmärkte werden auf die ganz kurze Frist immer unkalkulierbare Bewegungen vollführen. Aber sie werden mit der Unsicherheit zurechtkommen, die Zukunft antizipieren und Weltuntergangsszenarien wie immer zielsicher umschiffen. Im März 2020 verzeichneten die globalen Aktienmärkte Mittelabflüsse in Milliardenhöhe, in der nächsten Korrekturphase wird es mit Sicherheit wieder so sein. Gerade wenn es an den Märkten mal wieder turbulent zugeht, sind Geduld und etwas Mut gefragt.

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Für Inhalt und Rechtmäßigkeit dieses Beitrags trägt der Verfasser Thomas Grüner die alleinige Verantwortung. (s. Haftungshinweis)  
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