Alt 10.06.22, 06:25
Standard „Warum Preiskontrollen nicht die Lösung sind“
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Wahlkampf vor den Zwischenwahlen.

Im November finden die Zwischenwahlen in den USA statt und bereits heute ist das bestimmende Wahlkampfthema klar. Anhaltender Preisdruck hat den Ruf nach staatlichen Maßnahmen zur Begrenzung der Inflation laut werden lassen und zu einigen kleineren Gesetzen beispielsweise in Europa geführt. In den USA gibt es Bestrebungen, noch weiter zu gehen. Der Kongress plant bereits Gesetze zur Preiskontrolle. Auch wenn eine Verabschiedung unwahrscheinlich erscheint, würden wir sie nicht ausschließen. Wir beobachten die Entwicklungen genau, da wir davon überzeugt sind, dass sie, wenn sie auf breiter Basis angenommen werden, Gegenwind für die Wirtschaft und die Märkte bedeuten könnten.

Höhere Preise als Signal für Angebot und Nachfrage

Doch warum sind Preiskontrollen schädlich? Sie verzerren die Preissignale, die für das effektive Funktionieren der Märkte und nicht zuletzt für das Wirtschaftswachstum von zentraler Bedeutung sind. Die Preise sorgen für ein Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage. Auf der Nachfrageseite ermutigen hohe und steigende Preise die Menschen zu Einsparungen, Substitutionen und Sparmaßnahmen. Gleichzeitig bedeuten hohe und steigende Preise einen größeren potenziellen Gewinn und signalisieren den Erzeugern, das Angebot zu erhöhen, was letztendlich dazu beiträgt, die Preise mittelfristig zu begrenzen.

Aber wenn die Preise nicht frei schwanken können, sagen sie den Produzenten nicht, wann sie die Produktion steigern müssen. Infolgedessen kommt es nicht zu den Verhaltensänderungen, die zur Stabilisierung der Preise beitragen. Preiskontrollen können sogar zu schwerwiegenden Engpässen führen, wenn die Preise nahe an oder unter den Kosten der Erzeuger festgesetzt werden, was die Produktion verhindert und die Preise letztlich noch viel höher treibt.

Diskussion sorgt für Unruhe

Preiskontrollen sind schädlich. Selbst wenn sie nicht beschlossen werden, sorgt allein die zunehmende Wahrscheinlichkeit solcher Maßnahmen dafür, die ohnehin schon auf der Stimmung lastenden Befürchtungen noch zu verstärken. Somit wird die Verringerung der Inflation gefährdet, die vor allem auf einem zu geringen Angebot an Gütern nach der Corona-Zeit basiert. Das Angebot bei Öl, Autos, Häusern und Halbleitern entsteht gerade. Eine ausfallende Weizenproduktion aus Osteuropa wird durch gesteigerte Mengen in Kanada ausgeglichen. Die Europäische Union gibt Naturschutzflächen zum Ackerbau frei. China öffnet wieder, was die Lieferketten tendenziell entspannt. Die Produktion wird gesteigert, da höhere Preise vielversprechend wirken. Doch wenn die Sorge entsteht, dass Preise reguliert werden, wird dieser Prozess gefährdet. Die Beseitigung von Engpässen auf der Angebotsseite braucht Zeit und kann vielleicht nicht sofort Abhilfe schaffen, aber sie wird letztendlich zum Ziel führen.

Fazit

Das Risiko, dass der Kongress Preiskontrollen einführt, scheint gering zu sein. Der derzeitige Vorsprung der Demokraten im US-Repräsentantenhaus gehört zu den kleinsten Mehrheiten in der Geschichte - und sie sind in dieser Frage gespalten. Der Senat ist gleichmäßig geteilt, und es sind nur noch etwa fünf Monate bis zu den Zwischenwahlen, die häufig Mehrheiten drehen. Wenn das passiert, haben Gesetze zur Preiskontrolle wenig bis gar keine Chance. Die Inflation wird sinken – auch ohne Preiskontrollen. Das gesteigerte Angebot und eine Verschiebung der Nachfrage in Richtung Dienstleistungen sind effizienter als staatliche Maßnahmen.

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Für Inhalt und Rechtmäßigkeit dieses Beitrags trägt der Verfasser Thomas Grüner die alleinige Verantwortung. (s. Haftungshinweis)  
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