Alt 28.09.21, 20:28
Standard Uneinheitlich - Spekulation auf Rettung stützt Evergrande
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TOKIO/SCHANGHAI (Dow Jones)--An den Börsen in Ostasien und Australien war am Dienstag keine einheitliche Tendenz auszumachen. Die Energiekrise in China und der drohende Zahlungsausfall des chinesischen Immobilienriesen Evergrande lasteten vielerorts auf der Stimmung. Dazu warnte die Weltbank vor einem langsameren Wirtschaftswachstum in der Region.

An der Tokioter Börse gab der Nikkei-225-Index um 0,2 Prozent nach. Die japanischen Anleger hielten sich auch wegen der am Mittwoch anstehenden parteiinternen Abstimmung über die Nachfolge von Ministerpräsident Yoshihide Suga an der Spitze der Regierungspartei LDP (und damit auch als Regierungschef) zurück. Berichte über die bevorstehende Aufhebung von pandemiebedingten Einschränkungen führten zu Gewinnmitnahmen im E-Commerce-Sektor, wie Händler sagten. Verkauft wurden überdies Aktien von Reedereien wie Mitsui O.S.K. Lines (-7%) und Chip-Aktien wie Advantest (-3,6%).

Der Aktienmarkt in Schanghai erholte sich mit Kursgewinnen von durchschnittlich 0,5 Prozent derweil etwas von den Verlusten des Vortags. Dass sich das Wachstum der Industriegewinne im August zum Vormonat deutlich verlangsamt hat, belastete nicht. Im Hintergrund schwelte jedoch weiterhin die Sorge, dass die Stromrationierung und die damit verbundene zeitweise Stilllegung von Produktionsbetrieben die schon bestehenden Lieferkettenprobleme etwa in der Elektronikbranche verstärken könnten. Betroffen sind unter anderem auch Zulieferer von Apple. Analysten rechnen wegen der Energiekrise mit einem schwächeren Wachstum der chinesischen Wirtschaft. Unter anderem hat Nomura die Prognosen für das chinesische BIP im dritten und vierten Quartal gesenkt.

Spekulation auf Rettung trägt Evergrande weiter nach oben

In Hongkong ging es mit dem Hang-Seng-Index im späten Handel um 1,7 Prozent aufwärts. Die in den vergangenen Wochen hart abgestrafte Evergrande-Aktie legte nach dem Kursgewinn von gut 8 Prozent am Montag nun um weitere rund 6 Prozent zu. Anleger hoffen, dass ein Zusammenbruch des hoch verschuldeten Konzerns noch abgewendet werden kann. Die chinesische Zentralbank (PBoC) habe am Montag auf ihrer Homepage versichert, dass die Rechte von Immobilienkäufern gewährleistet würden, berichtet Reuters. Allerdings habe die PBoC Evergrande in ihrer Stellungnahme nicht erwähnt.

Schwache Einzelhandelsdaten drückten in Sydney den S&P/ASX-200 um 1,5 Prozent. Anleger trennten sich vor allem von konsumnahmen Aktien. Unter den Sektoren konnten sich nur Versorger und Energiewerte dem Ausverkauf entziehen. Der Energiesektor gewann im Windschatten steigender Ölpreise 4,3 Prozent.

An der Börse in Seoul gab der Kospi um 1,1 Prozent nach. Händler berichteten von Gewinnmitnahmen im Elektronik- und Biotechsektor. Indexschwergewicht Samsung Electronics fiel um 1,8 Prozent. Korea Gas sprangen gegen die negative Tendenz um 14 Prozent. Der staatlich kontrollierte Gaskonzern will ins Geschäft mit Wasserstoffenergie expandieren. Die Analysten von Meritz Securities schätzen, dass Korea Gas mit dem Wasserstoffgeschäft bis 2030 einen Umsatz von 4 Billionen Won (umgerechnet ca 2,9 Milliarden Euro) erzielen wird. Sie bekräftigten daher ihre Kaufempfehlung für die Aktie und erhöhten das Kursziel um 11 Prozent auf 51.000 Won.

SK Innovation verbesserten sich um 3,8 Prozent. Das Unternehmen hatte gemeinsam mit Ford Motor am Montag Investitionen von 11,4 Milliarden Dollar in das Joint Venture zum Bau von Akkus für Elektrofahrzeuge angekündigt.

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September 28, 2021 03:37 ET (07:37 GMT)

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